10/10/26

Auf unserer Weide finden sich diesen Herbst mehr offene Stellen als sonst. Z. T. sind diese mit Algen überzogen. Anscheinend sind diese Stellen oberflächlich so verhärtet, dass keine Samen darauf keimen. Möglicherweise entstehen diese Stellen auf alten Maulwurfshügeln oder in Bereichen, in denen die Grasdecke nicht dicht genug ist. Durch Regen, der direkt auf die Erde fällt, können kleine Bodenaggregate „zerschlagen“ werden und die feinen Partikel können in die Bodenporen eindringen. Außerdem haben Algen und andere Mikroorganismen gute Wachstumsbedingungen auf den offenen Bodenflächen, wenn die Tiere das Gras weit herunterfressen und dabei mit ihren Ausscheidungen düngen. Zusätzlich hat die Sonne in diesem Jahr viel geschienen und diese nur mit einer Kruste bedeckten Bereiche ausgetrocknet und verhärtet.

In anderen Bereichen ist das Gras abgestorben, der Boden aber noch bedeckt. An einigen Stellen hatte ich im September das Gras ausgerissen (es hat sich ganz leicht gelöst) und im Wurzelbereich die Larven des Gartenlaubkäfers gefunden.

Die Käfer waren im Mai in Massen über unsere Weide geflogen und lagen auch in großen Mengen in den Wasserbehältern der Tiere. Zu dem Zeitpunkt habe ich bereits mit Hilfe des Internets versucht, den Käfer zu bestimmen und bin auf den Gartenlaubkäfer gekommen. Aufgrund der hohen Anzahl der Individuen hatte ich bereits Schäden im Gras befürchtet. Nun im Oktober scheinen die Larven bereits in tiefere Bodenschichten abgewandert zu sein. Zum Glück haben die geschädigten Flächen nicht so ein großes Ausmaß, wie die Unmenge an Käfern vermuten ließ.

Derzeit überlegen wir, wie wir die Lücken in der Weidefläche am besten schließen können. Die Krusten könnten im Frühjahr mit einem Unkrautstriegel aufgerissen und gleichzeitig die Maulwurfshügel eingeebnet werden. Die abgestorbenen Grasnarben würden dadurch sicherlich auch geöffnet. So könnte auszusäendes Saatgut bessere Bedingungen zum Keimen vorfinden.

Eine Kalkung des Bodens könnte helfen, das Algenwachstum verhältnismäßig zu den Gräsern zu verringern, da Algen in einem sauren Milieu einen Konkurrenzvorteil gegenüber Gräsern haben. Wir hatten bereits zuvor begonnen zu kalken, weil unsere Bodenprobe (nur eine Stichprobe) einen pH-Wert von 4,6 ergeben hat. Der Wert liegt deutlich unter den empfohlenen Werten. Die Krümelstruktur des Bodens soll durch das Kalken ebenfalls verbessert werden und die Gräser können bei einem höheren pH-Wert Nährstoffe besser aufnehmen.

Bezüglich der Käfer wird empfohlen, besonders im Mai und Juni eine Überweidung der Flächen zu vermeiden. Wenn das Gras höher wächst, haben die Käferweibchen schlechtere Chancen, ihre Eier abzulegen.

Generell versuchen wir, das Bodenleben durch die Zugabe organischer Substanz zu fördern. Dadurch soll sich langfristig die Bodenstruktur verbessern, der Boden lockerer werden und unsere Weidepflanzen sollen bessere Wachstumsbedingungen vorfinden.

Aus diesem Grund haben wir im vergangenen Jahr damit begonnen, sogenannten Johnson-Su-Kompost herzustellen, der besonders reich an Mikroorganismen ist. Eigentlich hatten wir geplant, ein Filtrat dieses Kompostes in diesem Jahr auf der gesamten Weide auszubringen. Leider hat uns dafür die Zeit gefehlt.

Vor zwei Wochen habe ich deshalb kurzerhand den Inhalt unseres ersten Johnson-Su-Kompostbehälters mit Schubkarre und Schaufel schwerpunktmäßig auf den offenen Stellen der Weide verteilt.

24/3/26

Am Wochenende haben wir Kompost vom Wertstoffhof geholt, den ich auf die Beete für die starkzehrenden Pflanzen (Zucchini, Kürbis, Weißkohl) sowie im Gewächshaus verteilt habe. In den letzten fünf Jahren haben wir mehrere Anhänger voll mit kommunalem Kompost geholt. Langfristig wollen wir hauptsächlich unseren selbst erzeugten Kompost nutzen, doch bisher haben wir nicht so viel davon, und z. T. ist die Qualität nicht so gut für den Küchengarten, weil viele Unkrautsamen enthalten sind.

img 20260321 145108

Im Moment haben wir bei uns vier verschiedene Arten, selbst zu kompostieren.
Unser Küchenabfall und kleine Teile des Gartenabfalls, der nicht so viele Samen enthält, kommen in einen Komposter, den wir von unseren Vorgängern übernommen haben. Wir achten hier nicht so sehr auf eine korrekte Befüllung, weil wir dieses Material meist nicht direkt benutzen, sondern als Starter für die nächste Stufe.

img 20260321 150133

Der Großteil unserer Gartenabfälle landet in selbst zusammengezimmerten Palettenbuchten. Da wir diese nicht gießen und die Buchten nach oben offen sind, dauert es recht lange, bis das grobe Material umgesetzt ist. Danach ist der Kompost jedoch schön locker. Wir benutzen diesen Kompost vor allem rund um unsere gepflanzten Obstbäume im Fruchtgarten, um den Boden etwas zu verbessern und das Wachstum von Gräsern etc. unter der Kompostschicht einzudämmen.

Für das Mischen unserer Aussaaterde benutze ich Laubkompost. Das Laub fege ich im Herbst zusammen und häufe es in eine der Kompostboxen. Darin bleibt es mindestens ein Jahr liegen. Danach kommt die zusammengefallene Masse in eine kleine Drahtbox, damit die große Box wieder frei wird. In der Drahtbox liegt das Material ein weiteres Jahr, bevor es gesiebt wird. Im Post vom 26/2/26 beschreibe ich, wie die Anzuchterde gemischt wird.

Letztes Jahr im Mai haben wir eine neue Art des Kompostierens gestartet, basierend auf dem sogenannten „Johnson-Su“-Kompost, jedoch etwas vereinfacht. Hier wird über Röhren Luft zugeführt, und täglich wird das Material mit Wasser berieselt. Dadurch soll über mindestens ein Jahr hinweg eine große Anzahl von nützlichen Mikroorganismen gefördert werden.

img 20260321 145806

In den Johnson-Su kommen Gartenabfälle, altes Stroh und Heu, sowie Küchenkompost  und Kompost aus unseren Palettenboxen, die noch nicht vollständig umgesetzt sind. Eigentlich kann fast alles organische Material dort hinein.

Nach oben scrollen