2/11/26

In der vergangenen Woche mussten wir uns von einer unserer Ziegen verabschieden. Die Ziege Splitnæs alias Splitti hat sich in den Elektrozäunen verfangen, die um einen unserer Baumkreise gespannt sind. Wir gehen davon aus, dass sie sich stranguliert hat. Vielleicht war auch das Festsitzen im Zaungeflecht zusammen mit den leichten Stromschlägen zu viel für das Herz. Stark können die Stromschläge jedoch nicht gewesen sein, da ich am Tag zuvor beobachtet habe, wie die kleinen Ziegen versuchten, durch die Maschen im Zaun zu krabbeln, um an die Sonnenblumen und andere leckere Pflanzen in eben diesem Baumkreis zu kommen.

Den kleinen Ziegen scheinen leichte Stromschläge nichts auszumachen.

Splitnæs war bereits zuvor einmal in einem Zaun um einen Baumkreis stecken geblieben. Wir haben sie jedoch damals frühzeitig entdeckt und konnten sie befreien. Diesmal kamen wir leider zu spät. Splitnæs war eine von den vier Ziegen, die ich jeden Morgen und jeden Abend gemolken habe. Sie war also eines der Tiere, zu denen ich eine recht innige Beziehung hatte. Wenn so ein schreckliches Unglück passiert, kann mich das ganz schön aus der Bahn werfen.

Splitti hatte schon früher einmal in einem Zaun festgehangen.

Seit Splitti gestorben ist, hat sich die Milchausbeute stark verringert. Am Tag nach ihrem Tod hatten wir insgesamt weniger als einen Liter Milch. Mit Splitti waren es über zwei Liter, obwohl sie nicht mehr Milch gegeben hat als die anderen Ziegen. Nur Anna, unsere „ältere Dame“, gibt generell weniger. Es ist schwer zu erklären, warum plötzlich so wenig Milch da ist. Ein geringer Rückgang kann daher kommen, dass die Tiere jetzt auf einer Weide sind, auf der nicht so viel Klee wächst. Vielleicht stehen die anderen Ziegen aber auch noch unter Stress. Schließlich haben sie den Todeskampf ihrer Halbschwester bzw. Tochter aus nächster Nähe miterlebt.

Dass unsere Baumkreise mit all den leckeren Pflanzen darin zu gefährlichen Fallen werden könnten, damit hatten wir nicht gerechnet. Wir überlegen nun, wie wir die Kreise mit den Bäumen auf andere Weise vor Verbiss schützen können. Auf jeden Fall sollen die Kreise, die an den Stromkreislauf angeschlossen sind, nicht mehr durch doppelte Zäune eingezäunt werden. Bisher hatten wir innen zu den Bäumen hin den hohen blauen Zaun mit den größeren Maschen und außen zu den Tieren hin den für unsere täglichen Einzäunungen genutzten niedrigeren roten Zaun mit engeren Maschen.

Wir wollen nun verschiedene andere Möglichkeiten ausprobieren, um den roten Zaun beim Schutz der Bäume zu vermeiden. Eine Möglichkeit wäre der Einsatz eines nicht stromführenden Begrenzungszaunes mit sehr geringer Maschenweite (15 x 15mm) im Inneren der Kreise, also inwendig von dem blauen, stromführenden Zaun. Dies würde einen leichten Sichtschutz bieten und verhindern, dass die Tiere mit ihren Klauen und Mäulern ins Innere der Kreise gelangen. Die Gefahr, im blauen Zaun hängen zu bleiben, ist deutlich geringer, weil das Netz steifer ist und größere Maschen hat.

Eine weitere Möglichkeit, die wir besonders für einzelne Bäume ausprobieren wollen, ist ein Sichtschutz durch Weidenmatten.

Zu guter Letzt wollen wir auch den Einsatz von Staketenzäunen um einzelne Bäume herum ausprobieren.

Da die beiden letzten Varianten recht kostspielig sind, eignen sie sich nicht für unsere Baumkreise, die teilweise einen Umfang von 50 m haben.

22/10/26

Laut unserer einzigen durch ein Labor ausgewerteten Bodenprobe ist unsere Bodenart ein lehmiger Sand mit 88% Sand, 6% Schluff und 4% Ton. Laut Analysebericht neigt der Boden nicht zur Verschlämmung. Aufgrund der harten, offenen Bodenstellen hatte ich Zweifel, ob die Bodenart an anderen Stellen von der an der Probenahmestelle abweicht. Daher habe ich begonnen, an verschiedenen Punkten auf der Weide Bodenproben zu nehmen und mit der sogenannten Schlämmprobe die Schichten, die sich bilden, zu betrachten.

Aus Ton lässt sich mit den Fingern eine Rolle von etwa einer halben Bleistiftdicke ausrollen. Die Sandfraktion lässt sich nicht wirklich ausrollen.

Die drei bisher genommenen Bodenproben stammten von einem harten Erdklumpen aus dem Kompost, einer verhärteten Stelle auf dem Feld und einer gut mit Gras bewachsenen Stelle. Es zeigt sich bei der Schichtenbildung kein großer Unterschied.

Bei der Probe von der mit Gras bewachsenen Stelle hat sich das Wasser auch nach fünf Tagen nicht richtig geklärt. Das deutet wohl auf einen hohen organischen Anteil hin. Ich habe bei dieser Probe die Grasschicht zuvor mit dem Spaten entfernt, bin dabei aber anscheinend nicht tief genug gegangen (nur ca. 6 cm).

Bei allen Proben war die Schicht aus Schluff und Ton etwa einen halben Zentimeter dick, während die Sandschicht ca. 6 cm ausmachte. Es scheint also keine Stellen mit deutlich höheren Schluff- oder Tonanteilen zu geben.

10/10/26

Auf unserer Weide finden sich diesen Herbst mehr offene Stellen als sonst. Z. T. sind diese mit Algen überzogen. Anscheinend sind diese Stellen oberflächlich so verhärtet, dass keine Samen darauf keimen. Möglicherweise entstehen diese Stellen auf alten Maulwurfshügeln oder in Bereichen, in denen die Grasdecke nicht dicht genug ist. Durch Regen, der direkt auf die Erde fällt, können kleine Bodenaggregate „zerschlagen“ werden und die feinen Partikel können in die Bodenporen eindringen. Außerdem haben Algen und andere Mikroorganismen gute Wachstumsbedingungen auf den offenen Bodenflächen, wenn die Tiere das Gras weit herunterfressen und dabei mit ihren Ausscheidungen düngen. Zusätzlich hat die Sonne in diesem Jahr viel geschienen und diese nur mit einer Kruste bedeckten Bereiche ausgetrocknet und verhärtet.

In anderen Bereichen ist das Gras abgestorben, der Boden aber noch bedeckt. An einigen Stellen hatte ich im September das Gras ausgerissen (es hat sich ganz leicht gelöst) und im Wurzelbereich die Larven des Gartenlaubkäfers gefunden.

Die Käfer waren im Mai in Massen über unsere Weide geflogen und lagen auch in großen Mengen in den Wasserbehältern der Tiere. Zu dem Zeitpunkt habe ich bereits mit Hilfe des Internets versucht, den Käfer zu bestimmen und bin auf den Gartenlaubkäfer gekommen. Aufgrund der hohen Anzahl der Individuen hatte ich bereits Schäden im Gras befürchtet. Nun im Oktober scheinen die Larven bereits in tiefere Bodenschichten abgewandert zu sein. Zum Glück haben die geschädigten Flächen nicht so ein großes Ausmaß, wie die Unmenge an Käfern vermuten ließ.

Derzeit überlegen wir, wie wir die Lücken in der Weidefläche am besten schließen können. Die Krusten könnten im Frühjahr mit einem Unkrautstriegel aufgerissen und gleichzeitig die Maulwurfshügel eingeebnet werden. Die abgestorbenen Grasnarben würden dadurch sicherlich auch geöffnet. So könnte auszusäendes Saatgut bessere Bedingungen zum Keimen vorfinden.

Eine Kalkung des Bodens könnte helfen, das Algenwachstum verhältnismäßig zu den Gräsern zu verringern, da Algen in einem sauren Milieu einen Konkurrenzvorteil gegenüber Gräsern haben. Wir hatten bereits zuvor begonnen zu kalken, weil unsere Bodenprobe (nur eine Stichprobe) einen pH-Wert von 4,6 ergeben hat. Der Wert liegt deutlich unter den empfohlenen Werten. Die Krümelstruktur des Bodens soll durch das Kalken ebenfalls verbessert werden und die Gräser können bei einem höheren pH-Wert Nährstoffe besser aufnehmen.

Bezüglich der Käfer wird empfohlen, besonders im Mai und Juni eine Überweidung der Flächen zu vermeiden. Wenn das Gras höher wächst, haben die Käferweibchen schlechtere Chancen, ihre Eier abzulegen.

Generell versuchen wir, das Bodenleben durch die Zugabe organischer Substanz zu fördern. Dadurch soll sich langfristig die Bodenstruktur verbessern, der Boden lockerer werden und unsere Weidepflanzen sollen bessere Wachstumsbedingungen vorfinden.

Aus diesem Grund haben wir im vergangenen Jahr damit begonnen, sogenannten Johnson-Su-Kompost herzustellen, der besonders reich an Mikroorganismen ist. Eigentlich hatten wir geplant, ein Filtrat dieses Kompostes in diesem Jahr auf der gesamten Weide auszubringen. Leider hat uns dafür die Zeit gefehlt.

Vor zwei Wochen habe ich deshalb kurzerhand den Inhalt unseres ersten Johnson-Su-Kompostbehälters mit Schubkarre und Schaufel schwerpunktmäßig auf den offenen Stellen der Weide verteilt.

29/9/26

Die Blumen in den Baumkreisen, von deren Aussaat ich im Post vom 13/5 geschrieben habe, sind gut angegangen. Es ist aber schwer festzustellen, welche Methode den besten Erfolg hatte. Zum einen lag zwischen der Aussaat in dem ersten und dem letzten Baumkreis über einen Monat. Daher waren die Blumen in den ersten beiden Baumkreisen zu einem größeren Teil bereits verblüht. Außerdem hat sich gezeigt, dass das Vorhandensein bestimmter Pflanzen (insbesondere sichtbar beim Rainfarn, aber auch bei der Ackerkratzdistel), die Etablierung anderer Blumen unterdrückt hat. Insgesamt hat der Blumenmix die Biodiversität sicher erhöht, war aber nicht wirklich charakteristisch für Blumen, die eine Weide bereichern sollen. Insbesondere jetzt zum Herbst hin haben sich die Kosmeen durchgesetzt, die bei uns Zierpflanzen sind und aus der Neuen Welt stammen. Schön anzusehen sind sie aber trotzdem.

Die verhältnismäßig meisten Blumen sind in dem kleinen Baumkreis zu sehen, den ich ganz zum Schluss im Mai bearbeitet habe. Am Rand wurde hier zwei Spaten tief umgegraben, bevor die Blumenmischung ausgesät wurde. In der Mitte habe ich den gefrästen Bereich zusätzlich mit der Harke nachbearbeitet, sodass ein großer Teil der bestehenden Vegetation entfernt wurde.

In einem Baumkreis hatte ich ein Stück zwei und ein weiteres einen Spaten tief umgegraben. Auch wenn hier ein direkter Vergleich möglich ist, lässt sich kaum ein Unterschied erkennen. Auf dem einen Spaten tief umgegrabenen Stück ist etwas mehr Gras und Ampfer zu sehen.

Es hat den Anschein, als ob in den Bereichen, in denen ich die Grassoden nur umgedreht habe, die Disteln und andere „Unkräuter“ etwas häufiger direkt zwischen den gesäten Blumen hindurchwachsen. Im nächsten Jahr kann ich beobachten, in welchem Kreis sich die einjährigen Blumen am besten selbst aussäen können und ob sie sich zumindest teilweise gegen die standorttypischen „Unkräuter“ behaupten können.

Bei der Methode der Aussaat habe ich in den umgegrabenen Stücken z.T. die Samen leicht eingeharkt und daraufhin einige Samen darüber ausgestreut, z.T. habe ich die Samen nur ausgestreut und etwas Erde darübergestreut. Hier ist für mich kein Unterschied erkennbar.

13/8/26

Den Sommer über war viel los bei uns. Ich habe meine Mutter verloren, die zuvor noch fünf Wochen bei uns war. Darum ist dieser Blog hier vernachlässigt worden. Und nicht nur der. Das Unkraut sprießt, das Monitoring ist ausgesetzt und wir fangen gerade wieder an zu überlegen, was wichtig ist und Priorität hat. 

Im Juni, als ich mal wieder in Deutschland war, ist unsere gesamte Herde ausgebrochen und hat sich über die Weinstöcke und viele andere Pflanzen von unserem Nachbarn her gemacht. Daher haben wir höhere Zäune gekauft und mittlerweile rings um den zusammenhängenden Teil unserer Weidefläche als Sicherheitszaun zusätzlich zu den bisher genutzten Elektrozäunen aufgebaut. Nun hat die Müllabfuhr festgestellt, dass sie an einigen Zäunen mit den großen ausgeklappten Spiegeln nur schlecht vorbeikommt. Wir dachten eigentlich, das drei Meter ausreichen würden. Das Umsetzen der Zäune hat also heute Priorität, denn morgen werden die Mülltonnen geleert.

blauer Zaun

Es gibt doch einiges zu tun auf so einem kleinen Selbstversorgerhof. In dieser schwierigen Zeit der letzten Monate bin ich ins Zweifeln gekommen, ob wir es schaffen, den Hof zu halten. Ich denke, es ist wichtig sich zu überlegen, was wesentlich für einen ist. Sonst kann man sich leicht verzetteln. Auch müssen wir die Anzahl der Tiere begrenzen. Bisher haben alle gesunden weiblichen Schafe und Ziegen überleben dürfen. In diesem Jahr bietet die Weidefläche jedoch nicht so viel Nahrung, vielleicht auch aufgrund der Trockenheit. Die Herde bricht häufiger aus der Einzäunung aus als in den Vorjahren. Wenn wir die Herde gesund durch den Winter bekommen wollen, müssen wir viele Tiere schlachten lassen. Das ist auch ein Teil des holistischen Managements. Je früher man schlachtet, desto mehr bleibt für den Rest. Aber welche Mädels dürfen bleiben und welche müssen gehen? Welche Kriterien sind wichtig für die Züchtung? Im Moment kann ich die Lämmer kaum auseinanderhalten, viel weniger etwas über deren Charakter sagen. Zumindest haben mittlerweile alle, die wir nicht leicht den Müttern zuordnen konnten, ein buntes Halsband mit einer Nummer verpasst bekommen. Ich hoffe, wir bekommen einen besseren Überblick, wenn wir die Jungs von den Mädels trennen. Das machen wir spätestens Anfang September.

13/5/26

Wir wollen die Artenvielfalt auf unserer Weide erhöhen. Johnny sät regelmäßig Gras- und Kräutersamen mit unserer Faunamaster-Sämaschine aus. Da die Grasdecke bereits recht dicht geschlossen ist, können sich die jungen Keimlinge oft nicht gegen die etablierten Pflanzen durchsetzen. Vor allem Weiß- und Rotklee haben sich mittlerweile dennoch gut auf unserer großen Weide etabliert. Die meisten Kräuter aus unserem Saatgut haben wir auf der Weide leider nicht wiederfinden können.

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Deshalb haben wir dieses Jahr in unseren Baumkreisen auf der Weide Blumensamen ausgesät. Unser Ziel ist es, dass sich die dort wachsenden Blumen auf die angrenzende Wiese aussäen.

Zunächst habe ich dazu die Grassoden umgedreht.

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Einen Teil der Beete habe ich zwei Spaten tief umgegraben, den anderen Teil nur einen Spaten tief. Darunter habe ich mit der Doppelgrabegabel („Broadfork“) gelockert. So kann ich beobachten, wie gut sich die Samen etablieren beziehungsweise wie schnell die neuen Pflanzen durch die benachbarten Gräser verdrängt werden.

Die Samen habe ich vor dem Säen in einer Melasse- (bzw. Honig-/Zucker-)Wassermischung (1:9) zusammen mit etwas gekauften Mykorrhizapilzen eingeweicht. Dann habe ich die Masse mit etwas trockener Erde gemischt, damit die Samen besser verteilt werden konnten. Z. T. habe ich die Samen leicht eingeharkt. Teilweise habe ich die Samen ausgestreut und mit etwas Erde bedeckt. In einigen Kreisen habe ich sie nur ausgestreut, ohne sie abzudecken. In die letzten Kreise habe ich vor dem Säen auch etwas von unserem erstmals geöffneten Johnson-Su-Kompost eingeharkt.

Nun kann ich beobachten, welche Methode am besten funktioniert hat.

Im Inneren der Baumkreise hat Johnny die Grasnarbe mit der Fräse geöffnet, und ich habe anschließend mit der Harke das lose Gras abgeharkt. Dort habe ich den Rest der Blumensamen einfach verstreut und hoffe, dass davon auch einige keimen und anwachsen.

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4/5/26

Schon ist fast wieder ein Monat um. Es ist viel passiert auf dem Hof und im Privatleben …

Glücklicherweise hat Mikro doch noch begonnen, von der Mutter zu trinken. Zunächst nur, wenn wir die Mutter festgehalten haben, um abzumelken. Seit etwa zwei Wochen trinkt er ganz alleine. Er ist aber immer noch ein sehr zutrauliches Lamm und hat keine Angst vor uns. Die anderen Lämmer laufen weg, wenn wir uns ihnen nähern. Mittlerweile haben wir 19 Lämmer und 8 Zicklein, die fröhlich miteinander spielen.


Eins unserer jüngsten Lämmer hat noch Schwierigkeiten, mit den anderen mitzuhalten. Seine vorderen Läufe knicken am Fesselgelenk nach hinten weg, sodass die Klauen nach oben zeigen.

Wir haben ohne Erfolg versucht, einen Tierarzt in der Nähe ausfindig zu machen (unsere ehemalige Tierärztin ist nicht mehr im Dienst). Die nächste Praxis, die auch Nutztiere versorgt, ist eine Fahrstunde entfernt. Unsere Recherche nach verschiedenen Gründen für die Fehlstellung ergab, dass das Lamm möglicherweise einen Selenmangel hat oder verkürzte Sehnen, oder dass es zu eng im Bauch der Mutter lag. Dort befand sich nämlich auch ein Zwilling, der leider tot geboren wurde.
Da kurzfristig nur Selen als Nahrungsergänzungsmittel aus der Apotheke zu bekommen war, haben wir dies besorgt und eine halbe Tablette davon (50 µg Selen) mit dem Mörser zerkleinert und mit etwas Pulvermilch als Fläschchen gegeben. Zusätzlich haben wir die beiden Vorderbeine bis unter das Vorderfußwurzelgelenk mit Beinwellsalbe eingecremt, jeweils eine Kompresse und einen Verband darum gewickelt und außen herum mit Tape befestigt.

Es sieht so aus, als ob das kleine Lamm nun weniger einknickt. Auf jeden Fall ist es munter unterwegs.

10/4/26

Eigentlich wollten wir etwas Schönes schreiben über unsere 5 jähriges Jubiläum, aber dann ist es doch anders gekommen.
Als wir Ostersamstag auf die Weide kamen, lag dort eine Totgeburt und ein weiteres Lamm, das kaum Lebenszeichen von sich gab. Wir hatten gerade den Zaun zum neuen Weidestück geöffnet und die Tieren sind auf das frische Gras zugestürzt, als wir die beiden entdeckten.

Das Mutterschaf hatte auch das lebende Lamm zurückgelassen. Anscheinend hatte sie es bereits aufgegeben.  Das Tier war so schwach, dass es kaum seinen Kopf bewegen konnte. Wir haben es der Mutter vor die Nase gehalten und sie hat es erkannt. Anschließend haben wir eine kleine Mutter-Kind-Box mit Hurden aufgebaut. Die Mutter ist dem Kleinen gefolgt, dass wir dort hinein getragen haben.

Aber auch wenn die Mutter sich nun durchaus bemüht hat das Lamm abzulecken und es zum Trinken zu motivieren, war das Lamm viel zu schwach. Wir haben versucht etwas Wärme durch Stroh zu schaffen und auch versucht das Lamm mit Stroh trockenzureiben. Plötzlich setzte erneut ein Geburtsvorgang ein. Leider war auch der Dritte von den Drillingen eine Totgeburt. Das das lebende Lamm nicht aufstehen konnte, haben wir vom Mutterschaf Milch abgepumpt und versucht das Lamm mit einen Fläschchen zu füttern.

Doch selbst das Saugen war für das Kleine zu viel. Es fühlte sich bereits unterkühlt an. Daraufhin haben wir es mit ins Haus genommen und mit dem Fön warm geföhnt , während wir es weiter mit alten Handtüchern trocken gerieben haben. Zum Glück hatten wir eine Sonde von einer ehemaligen Schafhalterin geschenkt bekommen.

Mit dieser haben wir die Muttermilch bzw. das Kolostrum über die Speiseröhre eingeführt. Von da an ging es bergauf. Das Lamm konnte den Kopf besser halten, der Saugreflex hat eingesetzt und die Körpertemperatur ist gefühlt gestiegen. Die Mutter hat es gleich wieder angenommen, als wir es zurückgebracht haben. Am Abend ist es sogar auf die Beine gekommen. 

Leider ging es der Mutter die nächsten paar Tage sehr schlecht. Sie hat kaum gegessen und hatte starken Durchfall. Leider klappt es nicht, das das Lamm direkt von der Mutter trinkt. Wir pumpen jeden Tag zwei kleine Fläschchen von der Mutter ab und füttern das Kleine. Auch heute, sechs Tage später, ist es noch viel schwächer als die meisten anderen Lämmer nach einem Tag sind. Die Milchproduktion der Mutter scheint langsam weniger zu werden. Wahrscheinlich müssen wir bald mit Ersatzmilch zufüttern.

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30/3/26

Die Lammzeit hat begonnen. Vor vier Tagen sind die ersten Lämmer geboren, vor zwei Tagen kamen Ziegen dazu und gestern erneut ein Lamm. Gut zu wissen, dass sowohl der Zuchtwidder als auch der Zuchtbock zeugungsfähig waren. Die ersten Lämmer sind bereits 145 Tage, nachdem wir den Widder zu den Mutterschafen gelassen haben, zur Welt gekommen; das ging schnell. Wir erwarten noch ca. 30 weitere Geburten. Erst ist die Freude immer groß, wenn ein lebendes Neugeborenes gesichtet wird. Danach geht das Bangen los, ob es auch ordentlich von der Mutter trinkt, damit es seine Dosis Kolostrum bekommt.

Da wir in der Vergangenheit sowohl mit dem zu späten als auch mit dem zu frühen Eingreifen Probleme hatten, ist die Entscheidung schwer zu treffen, wann wir unterstützen müssen.

Die Neuankömmlinge hatten alle schon den Mutterleib verlassen, als wir sie gesichtet haben. Die Lämmer waren schon auf den Beinen. Bei den ersten beiden von unserem Schaf Nelli sah es schnell so aus, als ob sie tränken. Das kann man u. a. an den ruckartigen Bewegungen am Euter und dem wedelnden Schwanz erkennen. Manchmal wedelt der Schwanz aber auch, wenn die Säuglinge nicht „angedockt“ sind. Wenn sich der Bauch von den Lämmern gut gefüllt anfühlt, und spätestens dann, wenn orangefarbener Kot auftritt, sind das ebenfalls gute Anzeichen.

Das Mutterschaf hat sich sehr gut um die beiden gekümmert, sie zum Trinken motiviert und andere aus der Herde ferngehalten. Mittlerweile laufen die beiden so schnell über die Weide, dass wir sie nicht mehr einfangen können.

Die beiden Zicklein von unserer Ziege Splitti waren anscheinend erst kurz vor unserer Ankunft geboren, zumindest lag die Nachgeburt direkt neben ihnen. Das kleinere von den beiden wirkte sehr schwach, sodass wir ein wenig in Sorge waren.

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Die Mutterziege Splitti war schnell wieder auf Achse, auch außerhalb der Einzäunung, sodass es nicht ganz einfach zu beobachten war, wie gut sie sich um ihre Zicklein kümmert.

Wir haben eine ganze Zeit auf der Weide verbracht, bis wir relativ sicher waren, dass die beiden etwas getrunken hatten.

Abends haben wir die Zicklein auf ein Strohbett ins Häuschen gelegt, damit sie nicht so sehr auskühlten.

Das Lamm, welches gestern früh von unserem Schaf Rudolfine geboren wurde, hatten wir bis zum Nachmittag nicht trinken sehen.
Es wirkte jedoch recht mobil, daher haben wir erst gegen Abend eingegriffen. 

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Eigentlich sollen die Kleinen schon innerhalb der ersten sechs Stunden Kolostrum trinken. Wir haben eine kleine Einzäunung aufgebaut, in die wir das Mutterschaf mit Hilfe des Lammes hineingelockt haben. Dann haben wir mit sauberen Händen geprüft, ob Milch aus dem Euter kommt. Da das Lamm im Verhältnis zur Mutter recht groß ist, war es möglicherweise nicht so einfach, die Zitze zu finden. Wir haben die Mutter auf den Popo gesetzt und das Lamm mit der Schnauze direkt an das Euter geführt und mit Milch bespritzt. Danach hatten wir den Eindruck, dass es ein wenig selbstständig getrunken hat. Ob der Einsatz nötig war, ist nicht sicher. Aber da wir auch schon ein geschwächtes Lamm verloren haben, wollen wir nicht zu lange warten.

Heute morgen wirkten alle fünf mobil. Jetzt können wir bis zu den nächsten Geburten etwas entspannen, soweit die Neugeborenen nicht plötzlich ihr Verhalten ändern und apathisch werden.

24/3/26

Am Wochenende haben wir Kompost vom Wertstoffhof geholt, den ich auf die Beete für die starkzehrenden Pflanzen (Zucchini, Kürbis, Weißkohl) sowie im Gewächshaus verteilt habe. In den letzten fünf Jahren haben wir mehrere Anhänger voll mit kommunalem Kompost geholt. Langfristig wollen wir hauptsächlich unseren selbst erzeugten Kompost nutzen, doch bisher haben wir nicht so viel davon, und z. T. ist die Qualität nicht so gut für den Küchengarten, weil viele Unkrautsamen enthalten sind.

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Im Moment haben wir bei uns vier verschiedene Arten, selbst zu kompostieren.
Unser Küchenabfall und kleine Teile des Gartenabfalls, der nicht so viele Samen enthält, kommen in einen Komposter, den wir von unseren Vorgängern übernommen haben. Wir achten hier nicht so sehr auf eine korrekte Befüllung, weil wir dieses Material meist nicht direkt benutzen, sondern als Starter für die nächste Stufe.

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Der Großteil unserer Gartenabfälle landet in selbst zusammengezimmerten Palettenbuchten. Da wir diese nicht gießen und die Buchten nach oben offen sind, dauert es recht lange, bis das grobe Material umgesetzt ist. Danach ist der Kompost jedoch schön locker. Wir benutzen diesen Kompost vor allem rund um unsere gepflanzten Obstbäume im Fruchtgarten, um den Boden etwas zu verbessern und das Wachstum von Gräsern etc. unter der Kompostschicht einzudämmen.

Für das Mischen unserer Aussaaterde benutze ich Laubkompost. Das Laub fege ich im Herbst zusammen und häufe es in eine der Kompostboxen. Darin bleibt es mindestens ein Jahr liegen. Danach kommt die zusammengefallene Masse in eine kleine Drahtbox, damit die große Box wieder frei wird. In der Drahtbox liegt das Material ein weiteres Jahr, bevor es gesiebt wird. Im Post vom 26/2/26 beschreibe ich, wie die Anzuchterde gemischt wird.

Letztes Jahr im Mai haben wir eine neue Art des Kompostierens gestartet, basierend auf dem sogenannten „Johnson-Su“-Kompost, jedoch etwas vereinfacht. Hier wird über Röhren Luft zugeführt, und täglich wird das Material mit Wasser berieselt. Dadurch soll über mindestens ein Jahr hinweg eine große Anzahl von nützlichen Mikroorganismen gefördert werden.

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In den Johnson-Su kommen Gartenabfälle, altes Stroh und Heu, sowie Küchenkompost  und Kompost aus unseren Palettenboxen, die noch nicht vollständig umgesetzt sind. Eigentlich kann fast alles organische Material dort hinein.

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