Den Sommer über war viel los bei uns. Ich habe meine Mutter verloren, die zuvor noch fünf Wochen bei uns war. Darum ist dieser Blog hier vernachlässigt worden. Und nicht nur der. Das Unkraut sprießt, das Monitoring ist ausgesetzt und wir fangen gerade wieder an zu überlegen, was wichtig ist und Priorität hat. 

Im Juni, als ich mal wieder in Deutschland war, ist unsere gesamte Herde ausgebrochen und hat sich über die Weinstöcke und viele andere Pflanzen von unserem Nachbarn her gemacht. Daher haben wir höhere Zäune gekauft und mittlerweile rings um den zusammenhängenden Teil unserer Weidefläche als Sicherheitszaun zusätzlich zu den bisher genutzten Elektrozäunen aufgebaut. Nun hat die Müllabfuhr festgestellt, dass sie an einigen Zäunen mit den großen ausgeklappten Spiegeln nur schlecht vorbeikommt. Wir dachten eigentlich, das drei Meter ausreichen würden. Das Umsetzen der Zäune hat also heute Priorität, denn morgen werden die Mülltonnen geleert.

blauer Zaun

Es gibt doch einiges zu tun auf so einem kleinen Selbstversorgerhof. In dieser schwierigen Zeit der letzten Monate bin ich ins Zweifeln gekommen, ob wir es schaffen, den Hof zu halten. Ich denke, es ist wichtig sich zu überlegen, was wesentlich für einen ist. Sonst kann man sich leicht verzetteln. Auch müssen wir die Anzahl der Tiere begrenzen. Bisher haben alle gesunden weiblichen Schafe und Ziegen überleben dürfen. In diesem Jahr bietet die Weidefläche jedoch nicht so viel Nahrung, vielleicht auch aufgrund der Trockenheit. Die Herde bricht häufiger aus der Einzäunung aus als in den Vorjahren. Wenn wir die Herde gesund durch den Winter bekommen wollen, müssen wir viele Tiere schlachten lassen. Das ist auch ein Teil des holistischen Managements. Je früher man schlachtet, desto mehr bleibt für den Rest. Aber welche Mädels dürfen bleiben und welche müssen gehen? Welche Kriterien sind wichtig für die Züchtung? Im Moment kann ich die Lämmer kaum auseinanderhalten, viel weniger etwas über deren Charakter sagen. Zumindest haben mittlerweile alle, die wir nicht leicht den Müttern zuordnen konnten, ein buntes Halsband mit einer Nummer verpasst bekommen. Ich hoffe, wir bekommen einen besseren Überblick, wenn wir die Jungs von den Mädels trennen. Das machen wir spätestens Anfang September.

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