2/11/26

In der vergangenen Woche mussten wir uns von einer unserer Ziegen verabschieden. Die Ziege Splitnæs alias Splitti hat sich in den Elektrozäunen verfangen, die um einen unserer Baumkreise gespannt sind. Wir gehen davon aus, dass sie sich stranguliert hat. Vielleicht war auch das Festsitzen im Zaungeflecht zusammen mit den leichten Stromschlägen zu viel für das Herz. Stark können die Stromschläge jedoch nicht gewesen sein, da ich am Tag zuvor beobachtet habe, wie die kleinen Ziegen versuchten, durch die Maschen im Zaun zu krabbeln, um an die Sonnenblumen und andere leckere Pflanzen in eben diesem Baumkreis zu kommen.

Den kleinen Ziegen scheinen leichte Stromschläge nichts auszumachen.

Splitnæs war bereits zuvor einmal in einem Zaun um einen Baumkreis stecken geblieben. Wir haben sie jedoch damals frühzeitig entdeckt und konnten sie befreien. Diesmal kamen wir leider zu spät. Splitnæs war eine von den vier Ziegen, die ich jeden Morgen und jeden Abend gemolken habe. Sie war also eines der Tiere, zu denen ich eine recht innige Beziehung hatte. Wenn so ein schreckliches Unglück passiert, kann mich das ganz schön aus der Bahn werfen.

Splitti hatte schon früher einmal in einem Zaun festgehangen.

Seit Splitti gestorben ist, hat sich die Milchausbeute stark verringert. Am Tag nach ihrem Tod hatten wir insgesamt weniger als einen Liter Milch. Mit Splitti waren es über zwei Liter, obwohl sie nicht mehr Milch gegeben hat als die anderen Ziegen. Nur Anna, unsere „ältere Dame“, gibt generell weniger. Es ist schwer zu erklären, warum plötzlich so wenig Milch da ist. Ein geringer Rückgang kann daher kommen, dass die Tiere jetzt auf einer Weide sind, auf der nicht so viel Klee wächst. Vielleicht stehen die anderen Ziegen aber auch noch unter Stress. Schließlich haben sie den Todeskampf ihrer Halbschwester bzw. Tochter aus nächster Nähe miterlebt.

Dass unsere Baumkreise mit all den leckeren Pflanzen darin zu gefährlichen Fallen werden könnten, damit hatten wir nicht gerechnet. Wir überlegen nun, wie wir die Kreise mit den Bäumen auf andere Weise vor Verbiss schützen können. Auf jeden Fall sollen die Kreise, die an den Stromkreislauf angeschlossen sind, nicht mehr durch doppelte Zäune eingezäunt werden. Bisher hatten wir innen zu den Bäumen hin den hohen blauen Zaun mit den größeren Maschen und außen zu den Tieren hin den für unsere täglichen Einzäunungen genutzten niedrigeren roten Zaun mit engeren Maschen.

Wir wollen nun verschiedene andere Möglichkeiten ausprobieren, um den roten Zaun beim Schutz der Bäume zu vermeiden. Eine Möglichkeit wäre der Einsatz eines nicht stromführenden Begrenzungszaunes mit sehr geringer Maschenweite (15 x 15mm) im Inneren der Kreise, also inwendig von dem blauen, stromführenden Zaun. Dies würde einen leichten Sichtschutz bieten und verhindern, dass die Tiere mit ihren Klauen und Mäulern ins Innere der Kreise gelangen. Die Gefahr, im blauen Zaun hängen zu bleiben, ist deutlich geringer, weil das Netz steifer ist und größere Maschen hat.

Eine weitere Möglichkeit, die wir besonders für einzelne Bäume ausprobieren wollen, ist ein Sichtschutz durch Weidenmatten.

Zu guter Letzt wollen wir auch den Einsatz von Staketenzäunen um einzelne Bäume herum ausprobieren.

Da die beiden letzten Varianten recht kostspielig sind, eignen sie sich nicht für unsere Baumkreise, die teilweise einen Umfang von 50 m haben.

13/2/26

Gestern habe ich zum letzten Mal gemolken. Eigentlich hatte ich vor, erst fünf Tage später aufzuhören. Die ersten zwei bis drei Strahlen melken wir nicht in die Flasche, da sich in denen zu viele Keime sammeln können. Außerdem kann man die Beschaffenheit der Milch sehen. Bei Bulette kam gestern zu großen Teilen eine dicke, sahneartige Substanz heraus. Das Euter war auch deutlich kleiner. 

Bei Anna habe ich noch eine Minute mit der Maschine gemolken, es kamen aber nur 150 ml. Das Euter war ebenfalls nicht groß. Deswegen habe ich beschlossen, nicht weiter einzugreifen. Ich denke, Anna und Bulette schaffen es die Milchproduktion einzustellen. Bleibt zu hoffen, dass die beiden trächtig sind und wir in ca. zwei Monaten Zicklein bekommen.

Annas Milch hat auch eine viel dickflüssigere Konsistenz. Anscheinend hat bereits der Prozess begonnen, bei dem Flüssigkeit im Euter resorbiert wird. In dem Zuge soll angeblich der Anteil von Abwehrstoffen ansteigen. Die Milch werde ich deswegen nicht mehr verwerten.

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Das vorletzte Mal hatte ich vor vier Tagen gemolken. Da war die Milch auch schon recht dickflüssig. Vielleicht hätte ich schon zu diesem Zeitpunkt stoppen können.

30/1/26

Das Trockenstellen der Ziegen hat nicht so gut funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe. Nachdem ich das abendliche Melken weggelassen habe, ist die Milchproduktion unserer beider Milchziegen von insgesamt 750 ml täglich auf 700 ml gefallen. Da stagnierte der Milchertrag.

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Mein zweiter Schritt um die Milcherzeugung zu verringern war, nur noch mit der Maschine zu melken und nicht händisch zu unterstützen. Dadurch ist das Milchvolumen auf etwa 600 ml gefallen. Im Moment melke ich nur noch 1 Minute je Ziege mit der Maschine und es gibt für beide Ziegen zusammen ca. 500 ml Milch.

Als letzten Schritt werde ich nicht mehr jeden Tag melken und die Zeitintervalle zwischen dem Melken erhöhen. Die Zusatzgabe an Pellets (Ergänzungsfutter) beim Melken wird ab sofort auch reduziert. Spätestens in zwei Wochen stelle ich das Melken ein.

16/1/26

Wir melken auch im Winter. Die Ziegen sind seit Mai 2024 ( also 20 Monate) durchgängig zweimal täglich gemolken worden. Zuletzt hat es sich aber kaum noch gelohnt abends zu melken. Es kamen nicht mehr als 1/4 Liter zusammen. Morgens bekommen wir etwa einen halben Liter.

bulette

Heute habe ich erstmalig das Melken gegen Abend weggelassen und melke jetzt nur noch morgens. Langsam soll die Milchproduktion im Euter nachlassen. Wenn alles gut geht, kann ich Anfang Februar das Melken ganz einstellen. Wir hoffen, dass Anna und Bulette, unsere beiden Milchziegen, trächtig sind, daher sollen sie mindestens zwei Monate Zeit bekommen sich etwas zu erholen und Kräfte zu sammeln.

anna

Die Ziegen sind dänische Landrasseziegen und so robust, dass sie ganzjährig im Freien gehalten werden können. Regen und starken Wind mögen sie allerdings nicht so gerne, dann verkriechen sie sich in die kleinen Häuschen, die wir versuchen nach der Windrichtung auszurichten. Die Ziegen brauchen außerdem Heu und Stroh, um sich warm zu halten. An sehr kalten Tagen zittern sie am ganzen Körper, wenn wir mit dem Futter kommen.

ertebøllefår

Die Ertebølle Schafe sind noch unempfindlicher als die Ziegen. Bei eisigem Wetter haben sie in der Nacht verteilt auf der Weide gelegen und die gefrorene Grasdecke etwas angetaut. Vor vier Jahren hatten wir einen starken Sturm und die Schafe in den offenen Stall  getrieben. Das hat ihnen aber nicht gefallen und sie wollten schnell zurück auf ihre kalte Weide.

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