Schon wieder ist fast ein Monat vergangen. Auf dem Hof und in meinem Privatleben ist viel passiert…
Zum Glück hat Mikro endlich angefangen, bei seiner Mutter zu saugen. Zunächst nur, wenn wir ihn festhielten, um sie melken zu können. In den letzten zwei Wochen hat es nun angefangen, ganz von selbst zu trinken. Es ist immer noch ein sehr zutrauliches Lämmchen und hat keine Angst vor uns. Die anderen Lämmer laufen weg, wenn wir uns ihnen nähern. Mittlerweile haben wir 19 Lämmer und 8 Zicklein, die fröhlich miteinander spielen.
Eines unserer jüngsten Lämmer hat immer noch Schwierigkeiten, mit den anderen mitzuhalten. Seine Vorderbeine sind am Sprunggelenk nach hinten gebogen, sodass seine Hufe nach oben zeigen.
Wir haben vergeblich versucht, einen Tierarzt in der Nähe zu finden (unser bisheriger Tierarzt praktiziert nicht mehr). Die nächstgelegene Praxis, die auch Nutztiere behandelt, ist eine Autostunde entfernt. Unsere Recherchen zu verschiedenen Ursachen der Fehlbildung ergaben, dass das Lamm möglicherweise unter Selenmangel oder verkürzten Sehnen leidet oder dass es im Mutterleib zu eng lag. Es gab auch ein Zwillingslamm, das leider tot geboren wurde.
Da Selen in der Apotheke kurzfristig nur als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich war, haben wir dieses gekauft und eine halbe Tablette (50 µg Selen) mit Mörser und Stößel zerkleinert, um sie dann mit etwas Milchpulver in einer Flasche zu verabreichen. Außerdem haben wir beide Vorderbeine bis hinunter zum Sprunggelenk mit einer Salbe auf Zuckerbasis eingerieben, jeweils eine Kompresse und einen Verband um das Bein gewickelt und diese außen mit Klebeband fixiert.


Es scheint, als würde das kleine Lämmchen jetzt seltener zusammenbrechen. Jedenfalls läuft es herum und ist munter.
